2. Juli 2020

Warum wir Star Wars lieben…

Als in den 70 er Jahren  George Lucas eine Familien- Saga erzählen wollte die sich über mehrere Teile erstreckt und zudem auch noch im Weltall spielt, müssen sich die Studios gedacht haben, dass dieser Mann spinnt.

Wirklich grün waren die Studios auch nicht wirklich mit der Idee von Krieg der Sterne und auch Lucas selbst, war alles andere als zufrieden mit dem Ergebnis seiner Produktion.

Aber Lucas` war ein Pionier, ein Zauberer, ein Genie  und seiner Zeit weit vorraus. Effekte , wie er sie darstellen wollte, gab es nicht und so gründete er kurzerhand seine eigene Effektfirma: Industrial Light and Magic. Eine die heute noch Relevanz hat und selbst von Steven Spielberg genutzt wurde.  Als Lucas´ dann auch noch THX ins Leben rief, revolutionierte er eben mal das gesamte Kino und machte es zu dem was wir heute kennen.  Fans auf der ganzen Welt dankten es ihm und so wurde Krieg der Sterne zu einem Erfolg und gehört heute zu den erfolgreichsten Film – Franchises der Welt, die unter anderem mit 10 Oscar´s ausgezeichnet wurde.

Was aber macht Star Wars so besonders, wo liegt der Reiz und warum verbindet es Generationen weltweit?  Gehen wir Chronologisch vor:

Wie schon am Anfang erwähnt handelt es sich bei Star Wars um eine Familiensaga- gewissermaßen um eine Science Fiction Opera oder auch Space Opera.

In der ersten Trilogie lernen wir die Jedi und Sith kennen, welchen Kodex sie sich verschreiben müssen und welche Fähigkeiten sie haben.  Auch wo der Unterschied zwischen den beiden liegt. Ebenso machen wir uns mit der sogenannten „Macht“ vertraut, sowohl mit der Hellen – wie auch der Dunklen Seite. Wir lernen Obi – Wan Kenobi noch als Schüler kennen und seinen Lehrer Qui – Gonn Jin. Zwei Jedi, die auf einen kleinen Jungen treffen bei dem die „Macht“ so ungewöhnlich stark ist, das Qui – Gonn ihn aus der Sklaverei befreit und bei Yoda darum bittet ihn ausbilden zu dürfen.  Yoda, der vermutlich legendärste und stärkste Jedi, hat jedoch bedenken, sieht er doch zuviel Furcht in dem Jungen und spürt dessen Ambivalenz und zunächst lehnt er auch dem Gesuch von Qui- Gonn ab. Dieser macht ihn jedoch darauf aufmerksam das er womöglich der „Auserwählte“ ist , der die Macht ins Gleichgewicht bringen könnte.  Nach Qui – Gonn´s Tod ist es nun an Obi – Wan, Anakin auszubilden. Anakin verliebt sich jedoch in Padme, eine Prinzessin von Naboo, damit bricht er den Kodex der Jedi , seine Rastlosigkeit und seine Verletzbarkeit aufgrund seiner Gefühle, macht ihn angreifbar für die Dunkle Seite, in der Absicht das Richtige zu tun, enfernt er sich von den Jedi und wird schließlich zu Darth Vader  und Vater zweier Kinder: Luke und Leia Skywalker. Auch sein Verhältnis zu Obi – Wan zerbircht, der nicht wahrhaben wollte was Anakin zu werden droht.  Um die Kinder (Zwillinge)  von Padme und Anakin  vor dem Imperium zu schützen , werden diese nach der Geburt getrennt. Leia wächst bei Senator Organa auf und Luke wird adorptiert.

Was für eine Geschichte. Wie brilliant und vielseitig, wie greifbar und menschlich. Die Liebe , ausgerechnet die, macht Anakin verwundbar, so wie uns alle.

Außenstehende sehen in uns soviel mehr, als wir in uns selbst und manchmal aber auch mehr als da tatsächlich ist.  Anakin ist ein Mensch unter Nicht- Menschen hin und hergerissen zwischen dem Glauben der Jedi und der Verheißung des Bösen, das ihm verspricht alles zum Guten zu wenden. Anakin entscheidet sich für den schnellen Weg, für den Weg des geringsten Widerstandes, lieber alles jetzt, als später enttäuscht werden.  Er enttäuscht am Ende , die die ihn lieben und hinterlässt Narben, bei allen die nur das Beste für ihn wollten.

So gesehen sind die ersten 3 Teile doch ein ziemlich guter Auftakt oder?

Bis auf die Dialoge: George mach das nicht nocheinmal, nie wieder ! So redet kein Mensch, nicht hier auf der Erde noch sonstwo, schon ganicht in einer weit entferneten Galaxi.

Alleine das:

Padme:  „Wo ist Anakin? Was ist los, Obi – Wan?“

Obi Wan: „Padme, Anakin hat Jünglinge getötet.“

Kein Wunder, das Darsteller Ewan Mc Gregor sich in der Szene wegdreht und seine Hand vor dem Mund hält. Das macht er nämlich nicht vor Entsetzen, sondern weil er wirtklich lachen muss und stand so nicht im Skript, schaut mal genau hin.

oder : “ Sie hat ihren Lebenswillen verloren.“ und Padme stirbt.

Man muss die ersten Teile nicht mögen, aber sie hat durchaus ihre Daseinsberechtigung. Sie hat ihre Fehler und Macken von grauenhaft schlechten Dialogen bis hin zu Jar Jar Binks  und CGI – Salat, dennoch, war es wichtig und richtig zu erzählen, wie alles begann.

Bester Part: „Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut…Wut führt zu Hass… Hass führt zu unsäglichem Leid.”

„Immer zu zweit sie sind, nie allein. Ein Meister und sein Schüler“

Ein Zitat, das ich während meiner Lehrzeit in der Gastronomie immer zu meinem Chef sagte.

Oder aber das Laserschwertduell aus Episode I, zwischen Obi – Wan, Qui – Gonn und Darth Maul,  dass nach wie vor seines gleichen sucht im gesamten Franchise.

In der chronolgisch gesehenen Reihenfolge folgt Rogue One.

Ein Star Wars Film der keiner ist. Aber nur auf den ersten Blick. Rogue One hat es nämlich absolut schwer gehabt, kein anderer Film musste jemals den Spagat schaffen, zwischen einer Trilogie, die Fans sauer aufstoßen lässt und einer die heute Kultstatus genießt und dafür sorgte Referenzen in der Popkultur zu haben. Souverän und gekonnt wird uns die Geschichte der Erbeutung der Pläne des Todessterns erzählt, einer übermächtigen Waffe, des Imperiums die in der Lage ist, ganze Planten zu zerstören.

Bester Moment , als die Pläne Prinzessin Leia übergeben werden und wir alle wussten: Jetzt beginnt Star Wars, wie wir es kennen.

Eine Lücke die wir kannten, aber nicht bewusst wahrgenommen haben.  Ein fehlendes Puzzleteil in einem Gesamtkunstwerk.

Mit den „alten Star Wars Filmen“  wurde nicht nur Kinogeschichte geschrieben, sondern auch der Weg geebnet zur eben erwähnten Trilogie.  Sie erzählt die Geschichte von Luke , ein Außenseiter auf dem Planeten Tatooine. Als er auf  zwei Druiden trifft, deren Namen heute jeder kennt (C3P0 und R2D2) von denen einer eine Botschaft für den alten Ben Kenobi hat, gerät sein Leben vollends aus den Fugen. Er trifft auf den Schnmuggler Han Solo und heuert ihn an  um ihn und Ben  nach Alderaan zu bringen. Luke erfährt , das sein Vater von Darth Vader getötet wurde und Obi – Wan spürt die „Macht“ in Luke, doch bevor er diesen ausbilden kann, stirbt er beim Duell gegen seinen alten Padawan. Luke schließt sich der Rebellion an und gemeinsam mit Han Solo zerstören sie den Todesstern des Imperiums. Han und Luke sind inzwischen Freunde geworden und sie buhlen beide um die Gunst von Leia. Doch diese entscheidet sich nicht für den verheißungsvollen Jedi, ( sie weiß nicht das Luke und sie Geschwister sind) sondern für den Rauhbeinigen und Manierlosen Rebellen und Schurken Han Solo:

Leia: “ Ich liebe dich.“

Solo: „Ich weiß.“

Luke lässt sich von Yoda unterweisen, bricht jedoch aufgrund einer Vorahnung zunächst die Ausbildnung ab, wie einst sein Vater, handelt Luke aus Liebe und Yoda befürchtet das schlimmste. Luke jedoch verspricht zurückzukehren. Beim Duell gegen Darth Vader erfährt er, das dieser sein Vater ist.

Übriegens sagt Darth Vader nie : “ Luke, ich bin dein Vater.“  Sondern auf Lukes Beschuldigung Darth Vader hätte seinen Vater getötet antwortet dieser: “ Nein, ich bin dein Vater.“

Luke, befreit seine Freunde, während das Imperium einen zweiten Todesstern baut. Er beendet seine Ausbildung und stellt sich als Jedi dem Imperator. Am Ende jedoch ist es Darth Vader, der ihn rettet , indem er den Imperator in einen Schacht wirft. So gesehen brachte er die „Macht“ tatsächlich ins Gleichgewicht.

Darth Vader bittet danach, Luke darum, ihm die Maske abzunehmen (ohne sie kann er nicht überleben) um seinen Sohn mit eigenen Augen zu sehen. Zum ersten Mal also sieht Anakin Skywalker seinen Sohn und bezahlt dafür mit seinem Leben.

Es gibt sovieles zu erwähnen, das aber bei weitem den Rahmen sprengen würde: über die Stormtrooper, Kopfgeldjäger oder Blaster bis hin zu Admiral Akbar. Lucas fand Anleihen bei Leni Riefenstahl und den „Sieben Samurai“, alleine der Text am Anfang ist nur eine Kopie eines anderen Films, den Lucas toll fand. Welchen, dürft ihr gern selbst rausfinden.  John Williams schrieb die Filmmusik und ist damit ebenso für immer verbunden mit Star Wars, wie Lucas selbst.

Beste Momente:

Yoda: “ Wird  er jemals beenden, was er begonnen?“

oder

Darth Vader: “ Komm zu mir auf die Dunkle Seite und wir können gemeinsam als Vater und Sohn über die Galaxis herrschen.“

Natürlich ist alles flach und einfach gestrickt, aber genau darin liegt der Reiz, die Wechselwirkung der Charaktere, ihre Hintergründe und ihr Motivation sind es jedoch die, diese Geschichte greifbar machen. Han Solo verliebt sich in Leia und umgekehrt, Luke wird ein Jedi, weil nur er es ist, der Vader stürzen kann und irgendwo dazwischen geht es um Tolleranz und Akzeptanz. Irgendwo zwischen all`dem Trivialen schafft es George Lucas ein völlig eigenständiges Universum zu schaffen und mit Wesen zu füllen, die seit 40 Jahren Generationen begeistern.

Noch möchte ich nicht über Episode 7 schreiben. Böse Zungen behaupten ja, das es genau das selbe ist wie in Episode 4. Dem möchte ich jedoch nur bedingt zusprechen. Wer das sagt hat nämlich im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst. Denn wenn wir eines gelernt haben , dann das Geschichte sich immer wiederholt. Wir dürfen nicht vergessen, das immer ein einsamer Mensch geboren wird, der aus Nichts, Alles macht. Das es immer eine Waffe gibt die Allmächtig scheint und das wenige oft das meiste erreichen.

Bei Star Wars handelt es sich um ein Märchen, das darf man nicht vergessen. Es ist eine fiktionale Geschichte, die ihre Anleihen in der Realität findet.  In dieser verlieben wir uns und  in dieser machen wir Fehler und mehrmals die selben, in dieser sind wir oft beides:

Nämlich hin – und hergerissen zwischen dem Guten und dem Bösen. Wir würden gern sein wie Jar Jar Binks, frei von allem und stets auch unbedarft. Vielleicht macht das den Charakter so schwierig und ungreifbar für uns. Jar Jar ist ein Alien und wir nur Menschen.

George, du bist ein Genie.

Ich hoffe die Macht ist mit uns allen.

Euer, Kev Infrontwood.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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