27. September 2020

Review zu „Suicide Squad“——-> ACHTUNG SPOILER!

Kennt ihr das: Ihr lauft eine Straße entlang und euch kommen Passanten entgegen doch schon an der nächsten Straßenecke habt ihr vergessen wie diese aussahen? Sie hatten für euch keine Relevanz, ihr habt sie zwar wahrgenommen aber sie sind euch nicht im Gedächtnis geblieben.

So ähnlich verhält es sich auch mit dem jüngsten Film aus dem Hause DC. Ganz ehrlich, wer schafft es aus dem Kopf alle Figuren aufzuzählen und ihre Eigenschaften zu nennen? Das ist eines der Probleme des Films, jeder Charakter ist absolut austauschbar und wie zum Beweis stirbt auch einer der Charaktere kurz nach seiner Einführung ohne Sinn, ohne Handlung.

Doch zurück zum Anfang: 

Als der erste Trailer erschien war dieser düster und ernst, eben typisch DC. Man fürchtete jedoch eine erneute Pleite wie bei Batman v. Superman. Nach dem Erfolg von Deadpool setzte man dann auf Humor und so wurde kurzerhand Trailer Nr. 2 mit Queens “Bohemian Rhapsody“ unterlegt. Der Trailer wurde wohlwollend aufgenommen und nachdem man einem Testpublikum eine “ernste“ und eine “lustigere“ Variante des Filmes vorstellte bekam letztere stärkeres positives Feedback. Nachdrehs waren die Folge. 

Doch der Unterschied zwischen Deadpool und Suicide Squad besteht schon allein in der Art der Geschichten und deren Dramatik. Deadpool ist schlicht und einfach eine Parodie verschiedener Comicfiguren – nämlich die von Deathstroke und Spiderman. Deadpool kann nur lustig, ernst wäre nicht der Thematik der Figur entsprechend. Während der Suicide Squad eben aus den Badass – Verbrechern des DC-Universums besteht. “Lustig“ sollte hier eben aus der Dramatik der Figuren entstehen und nicht als aufgezwungenes Stilmittel. 

Über das könnte man noch hinwegsehen wenn man zu den Charakteren eine Bindung aufbauen könnte. Doch Regisseur David Ayer gibt uns diese Möglichkeit nicht. Figuren die eingeführt werden sind so eindimensional und stereotypisch, dass sie nach hinten heraus banal sind. Er degradiert den Anführer des Suicide Squad zur liebeshungrigen Marionette der Regierung und lässt die Beziehung zwischen Harley Quinn und dem Joker zu einer Schulhof Romanze verkommen. Hierbei ist es jedoch wissenswert, dass zwischen Harley und dem Joker eine Hassbeziehung besteht. Er schlägt sie, sie liebt ihn, er behandelt sie wie Abschaum, sie läuft ihm hinterher. Sie hasst ihn und er liebt sie dafür. Sie sind voneinander abhängig. Im Film jedoch ist der Joker ein verrückter Romeo, der seiner Liebe nachläuft bis sie das Interesse an ihn verliert und die Abhängigkeit der beiden verliert ihre Bedeutung. Das wird vor allem zum Ende des Filmes überdeutlich.

Schließlich werden dann Bildfetzen aneinander gereiht die zur Szene werden anstatt diese zum Teil der Szene zu machen. Was bleibt ist der fade Beigeschmack einer Produktion die selbst nicht weiß was sie zeigen will. 

Im Trailer sind Szenen, die im Film nicht vorkommen. Der Joker ist so selten zu sehen, dass man hier das Gefühl hat er diene nur als Marketing-Maschine und man sich fragt warum hierfür Method Acting nötig gewesen wäre. Irgendwie wurde uns mehr versprochen, als wir zu sehen bekamen.

Letztendlich stellt sich für mich im Ganzen die Frage ob dieser Film nötig war. Denn er verfehlt den richtigen Ton und es bleibt fraglich ob man ihn gesehen haben muss. Warner wollte offenbar zu viel und der Regisseur zu wenig. Denn einen Director’s Cut wird es wohl nicht geben. Selbst Jared Leto fühlt sich seiner Kunst beraubt, da viele Szenen von ihm dem Final Cut zum Opfer fielen. So bleibt fraglich ob er auch weiterhin als Joker zu Verfügung stehen wird. Geäußert hat er sich bisher dazu noch nicht.

Einzig und allein bleiben die Darstellungen von Will Smith und Margot Robbie erwähnenswert. Diese sind es auch die den Film retten. Um die Darstellung von Leto zu beurteilen war seine Screen Time eben zu gering. Er weckt jedoch Interesse. Musikalisch ist der Film gut unterlegt und dennoch kommt er nie richtig in Fahrt.

FAZIT:

Eine hanebüchene Story, die jeder Logik entbehrt. Ein Film den DC nicht verdient hat und jeden Fan enttäuscht zurück lässt.

4 / 10 Punkten

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