20. September 2020

Kritik und Review zu „Split“….Wir sollten dringend über Kevin reden.

M. Night Shyamalan, wenn man diesen Namen hört, passieren ganz genau 3 Dinge:

  1. Der unwissende fragt: „Wer?“
  2. Der Genervte verdreht die Augen und sagt „Oh, nee!“
  3. Der Fan freut sich auf einen neuen Film von ihm.

Der Plot Twist – König kehrt zurück

Bei einem Film von M. Night Shyamalan, weiß man nie so richtig was einen erwartet. Er ist ein Märchenschreiber, bei dem das offensichtliche nur Tarnung für die eigentliche Geschichte ist.

Schon mehrfach hat er bewiesen, das seine Filme immer unerwartet enden und immer einen Aha- Moment erschaffen. Das gelingt ihm mal mehr, mal weniger gut.

Sein bester Film ist gleichzeitig sein Kryptonit. Mit „The Sixth Sense“ erschuf er ein Meisterwerk und gleichzeitig aber auch etwas an dem er sich immer messen lassen muss.  Betrachten wir jedoch jeden Film unvoreingenommen und als eigenständige Werke, so sind sie immer unterhaltsam und lassen Raum für Diskussionen und Interpretationen.  So gesehen ist der Mann selbst ein Plot – Twist. Egal wie gut oder schlecht der Film war. Man redet immer darüber.

Split…oder Ach, Kevin!

Hier in Deutschland ist der Name Kevin mit negativen Assoziationen behaftet. Kevin´s sind dumm, faul und benehmen sich asozial.  Wer Kevin heißt, der hat es nicht immer leicht mit seinem Namen und muss sich nun mal gegen bestimmte Klischees behaupten. ich weiß es. Ich bin einer. Manchmal gelingt es mir, manchmal nicht und dann heißt es: Ach , Kevin.

Tja und nun kommt James McAvoy daher und treibt das ganze auf die Spitze. Danke dafür.

McAvoy spielt Kevin. Einen Mann mit 23 Persönlichkeiten und der 24. geraden ausbrechenden. Seine Spielfreude merkt man McAvoy zu jeder Zeit an und man freut sich regelrecht auf seine Auftritte im Film. Ob er nun einen kleinen Jungen oder eine alte Lady verkörpert. Irgendwie kann er das erschreckend gut. Irgendwie ist Kevin aber ziemlich cool. Ein Paradoxon, das der Name wohl mit sich bringt.

Lediglich die 3 Entführungsopfer sind austauschbar und irgendwie ohne Reiz. Sie funktionieren lediglich.  Aber Shyamalan´s Stärke lag auch nie in der Darstellung seiner Nebencharaktere.

Fazit

Split ist spannend bis zur letzten Minute. Das mag zum einem an der schon sehr eigenwilligen Story liegen zum anderen aber an James McAvoy. Lässt man sich darauf ein, so ist Split gutes Popcorn – Kino. Wenn man dann noch ein oder zwei Werke von Shyamalan gesehen hat, so wird man am Ende belohnt und man lächelt fies und wissend in sich rein. Der König ist zurückgekehrt und beschenkt seine Fans.

7 von 10 Punkte

„Ich bin gekleidet, wie du gerne gekleidet wärst. Ich sehe aus ,wie du gerne aussehen würdest und ich ficke, wie du gerne ficken würdest.“

Tyler Dirden, Fight Club, von David Fincher

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*