2. Juni 2020

Kritik und Review zu Logan

Am vergangenen Sonntag durfte ich anlässlich der Berlinale vorab Logan genießen. Nun ist ein Tag vergangen und jegliche Euphorie ist verflogen, die meiner Kritik in die Karten spielen könnte.

Logan, du hast immer noch Zeit….

Der Trailer war ausnahmslos  gut. Er verbindete die perfekte Musik von Johnny Cash und das abgefuckte äußere von Wolverine. Ich war neugierig ob der Trailer halten konnte was er versprach. Er konnte und doch war es nicht perfekt, aber das nur weil zu oft wiederholt wurde was man schon gesehen hatte. Also von daher auf ganz hohem Niveau und nur wirklich dann wenn man unbedingt Fehler finden will. Regisseur James Mangold hat schon mit dem Bio – Pic von Johnny Cash „Walk the Line“ bewiesen, das er schwierige Existenzen gut einfangen kann und mitreißend erzählt, dies führt er in Logan weiter. Was die Arbeit an Walk the Line für einen Einfluss auf ihn hatte, merkt man zu dem an Logan deutlich.

Logan ist alt und verbraucht seine Wunden heilen nur noch langsam bis fast gar nicht mehr und er wird gebeten eine Frau und ihr kleines Mädchen zu eskortieren. Eher widerwillig nimmt Logan den Auftrag an und begibt sich damit auf eine Reise zu sich selbst aber auch zurück zu den Anfängen. Denn das kleine Mädchen birgt ein Geheimnis und Logan muss Verantwortung übernehmen für seine Vergangenheit und die Zukunft des kleinen Mädchens.

Hugh Jackman und Marvel at its best

Hugh Jackman ist ohne Frage die perfekte Besetzung als Wolverine. Er spielt dessen Ambivalenz und Zerstörtheit ausdrucksvoll und glaubhaft. Ich möchte wissen was dieser kaputte und zerstörte Mensch drauf hat. Ich hinterfrage ihn doch irgendwann nicht mehr, sondern fühle seine Beweggründe und ich verstehe seinen Schmerz.

Das R-Rating war absolut die Richtige Entscheidung, dadurch konnte man in Ruhe erzählen und zeigen und plötzlich schaut man keinen X-Men Film, sondern eine eigene losgelöste Geschichte. Ein Drama um einen sterblichen Superhelden. Marvel hat alles richtig gemacht.

Das fette Aber

Manchmal ist die Gewalt überflüssig. Nicht immer hätte man mit der Kamera drauf halten müssen. Was allerdings daran liegt, das wir bereits nach den ersten Kämpfen wissen, wie das aussieht, Hier wäre weniger mehr gewesen.  Auch die Motivation der Gegner ist sehr flach gehalten und man hat sie eben einfach nur als „böse“ dargestellt.

ABER…

Logan bleibt im Gedächtnis und ist mit Abstand der beste, düstere Comicfilm aller Zeiten. Ohne sich zu sehr zu verlieren, ist er ein Abenteuerfilm geworden. Manche Szenen erinnern an Mad Max, andere an Western und zwischen alldem schwebt das Superheldengenre. Doch ist Logan definitiv kein typischer Superheldenfilm, eher ist er mehr ein Mash Up, ein Drama.  Marvel ist weg von buntem Kostüm und Humor. Logan macht ernst.

Fazit

Wäre Batman v. Superman nur so gut gewesen wie Logan, es hätte das Comicfilm Genre revolutioniert. Aber die Trophäe geht nun mal an Marvel. Ein durchweg guter Film, der bis zum Schluss unterhält und nachdenklich macht. Ein Film bei dem man weiß wie er endet, aber es nicht wahrhaben will.

8/10 Punkten

 

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