2. Juni 2020

Kritik und Review zu Hacksaw Ridge – Die Entscheidung— Ein Antikriegsfilm der seines gleichen sucht! Ein Must – See 2017

„KRIEG! KRIEG BLEIBT IMMER GLEICH!“
Mit diesen Worten, wird man bei Fallout begrüßt. Doch während man bei Fallout, nur die Nachwirkungen des Krieges erlebt und die Auswirkungen auf  Mensch und Umwelt in einer Postapokalyptischen Welt, kann man die Ausmaße eines Krieges nur vage erahnen.

Mel Gibson und die Regie

Mel Gibson ist umstritten, schon immer. Seine Eskapaden und Bemerkungen über Rassismus und Religion oder sexueller Ausrichtung sind teils schockierend , teils widerwärtig.

Aber wie alle Genie´s  hat eben auch er seine Abgründe und die Privatperson Mel Gibson hat nun mal ein oder zwei mehr.

Seine erste Regiearbeit  Braveheart  wurde mit 5 Oscars ausgezeichnet.  Die Passion Christi, löste bei der katholischen Kirche mindestens einen Blutsturz aus und auch bei Apocalypto wurde im Vorfeld schon Kritik geäußert , über die Darsteller und der drastischen Gewaltdarstellung.

Aber seine Regiearbeiten waren nie 08/15. Es waren immer Monumentale Werke an denen sicher, manch` anderer Regisseur gescheitert wäre.  Gibson jedoch nicht. Sein Erfolg spricht für sich.  Gibson entführt uns in rauhe und harte Welten und zeigt uns auf drastische Art und Weise, wie die Welt sein kann oder aber schon immer war. Dem Voyeur freut es und er kann sich nicht satt sehen, an der expliziten, teils ausufernden Gewaltdarstellung. Doch was eben jener Voyeur nicht weiß:  Sie sind nur die Farbe, mit der das Bild gemalt wird.  Das Gesamte zu betrachten macht Gibson´s Filme erst sehenswert.  Regie führen, das kann er.

Hacksaw Ridge

In seiner jüngsten Arbeit Hacksaw Ridge nimmt Gibson erneut Platz auf dem Regiestuhl und erzählt uns die Geschichte von Desmond Dos.  Desmond ist ein Kriegsdienstverweigerer , der sich jedoch nach dem Angriff der Japaner dazu entschließt sein Land verteidigen zu wollen. Er geht zur Army und lässt sich ausbilden. Ohne Waffe. Desmond Dos gab es wirklich und er rettete 75 seiner Kameraden das Leben.

Viel Pathos und Religion durchziehen diesen Film.  Aber Dos war nun mal streng gläubig und Pathos, naja das gehört wohl dazu. Beides ist auch nicht störend, nur fremd für den gewöhnlichen Europäer.

Andrew Garfield (The Social Network, Spiderman) spielt Dos überzeugend und glaubhaft. Man kauft ihm seinen Glauben ab und seine Einstellung zum Thema Waffen.  Er trägt den Film und entscheidet, durch seine Darstellung ob der Zuschauer am Ende mit fiebert oder gelassen, das Kino verlässt.

Die Besetzung des Film´s ist perfekt gelungen. Man mag vielleicht Vince Vaughn (True Detective) nicht unbedingt die Rolle des Drill Instructor´s  auf den Leib geschrieben haben, aber er ist auch der Einzige bei dem man denkt: Naja.

Heimlicher Star des Filmes ist Hugo Weaving (Matrix, V wie Vendetta). Er spielt den Vater von Dos. Ein vom 1. Weltkrieg gebrochenen Mann, bei dem wir uns Fragen, was mit diesem  passiert ist. ——-Krieg bleibt immer gleich!

Eine ungefähre Antwort bekommen wir darauf, als die Protagonisten das Schlachtfeld erreichen und Soldaten an ihnen vorbeifahren, gezeichnet, geläutert und gebrochen.

Dann begleiten wir Dos aufs Schlachtfeld und was wir hier sehen, dass sind Effekte die ich so noch nie erlebt habe. Die Hölle bricht auf der Leinwand los und bevor ich verarbeiten  kann was ich nur sehe, weiß etwas in mir, das ich niemals so mutig wäre in einen Krieg zu ziehen. Schon gar nicht ohne Waffe.

Die Bilder die Gibson geschaffen hat, diese absolut realistische von Gewalt zerfressene Umgebung, sie lassen mich auch nach dem Ende des Films nicht los. Nach diesem Film hoffe ich nie in den Krieg zu müssen und wenn Kriegsfilme, dazu konzipiert sind die Brutalität des Krieges aufzuzeigen, dann hat dieser Film das geschafft.

Fazit 

Der Soldat James Ryan hat eine Eröffnungssequenz die erschreckend realistisch und brutal war. Black Hawk Down brachte uns die Sinnlosigkeit des Krieges nahe und American Sniper warf die Frage der Moral auf und was Krieg  aus Menschen macht.

Hacksaw Ridge stellt sich über diese Filme und hat meiner Meinung nach den Oscar für Best Picture mehr, als nur verdient. Er  vereint alles was die oben genannten 3 Filme anschneiden. Dieser Film ist nichts für zarte Gemüter.

Wertung und Anmerkung

Ich möchte diesem Film keine volle Punktzahl geben, denn er hat mich schockiert und mich einfach zurückgelassen mit meinen Gedanken. Er hat mich berührt. Ich möchte darüber reden und weiß nicht worüber. Über die Gewalt? Über die Sinnlosigkeit des Krieges, über das was ich gesehen habe?

Ich möchte ihm keine volle Punktzahl geben, aber ich mache es. Dieser Film ist auf unkonventionelle Art und Weise ein Must – See.

10 von 10 Punkten

Wer diesen Film  aus purem Voyeurismus ansieht, dem kann ich nur sagen: Bitte verschone mich damit. Du musst mir nicht sagen, welche Szene geil war und wie dann dieses oder jenes Körperteil flog. Du hast den Film nicht verstanden. Fröhliches Wichsen.

 

„Der Krieg ist nichts für dich. Du musst immer alles durchdenken. Ich hab Männer gesehen, die stärker waren als du und daran zerbrochen sind. Selbst jetzt, wo ich mit dir rede denkst du.“

Tom Doss, Hacksaw Ridge, von Mel Gibson

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*