2. Juli 2020

Harry Potter und das verwunschene Kind – Eine Rezension ——> Achtung Spoiler ! 

„Als Harry sie ansah,ließ er gedankenverloren die Hand sinken und berührte die Blitznarbe auf seiner Stirn. 

„Ich weiß, das wird er.“

Die Narbe hatte Harry seit neunzehn Jahren nicht geschmerzt. Alles war gut.

2007 veröffentlichte Joanne K. Rowling, den letzten Band der Harry Potter Reihe: „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ Damit endete nicht nur eine Buchreihe, sondern für mich auch ein Teil meiner Jugend.

Denn meinen ersten Harry Potter Roman, las ich tatsächlich im Alter von 11 Jahren und war damals genauso alt, wie Harry Potter in seiner ersten Geschichte. Mit dem Ende, des fünften Bandes, hatte ich schließlich die Buchreihe eingeholt und ab da an, ging das Warten los.

Das Warten auf das Ende einer Geschichte. Das Warten darauf, wie es mit Harry weiter geht, was mit Hermine und Ron passiert und ob das Böse besiegt werden kann.Das Warten auf ein Ende einer Geschichte, von der ich nicht wollte, das sie endet.Diese Mischung aus griechischer Mythologie, Faschismus und Fantasy, fesselte mich also 7 Jahre. Als nun der letzte Band erschien, wollte ich nichts mehr, als wissen, wie es nach Band 7 weitergeht. So stellte ich mit Freunden Theorien auf und wir spannen die Geschichte in unseren Köpfen weiter. Schließlich ist Fantasie grenzenlos und damit etwas , dass uns keiner nehmen kann.

Manchmal sollte man jedoch vorsichtig sein, mit dem was man sich wünscht. Manchmal werden nämlich Wünsche mit ihrer Erfüllung entmystifiziert.

9 Jahre, nach Veröffentlichung des siebenten und damit bis dato letzten Buches, der Harry Potter Reihe erschien:

„Harry Potter und das verwunschene Kind“

Zunächst einmal ist es wichtig, das es sich hierbei um ein Theaterstück in Buchform handelt. Ich glaube, dass es als solches absolut sehenswert ist und ich freue mich, es bald erleben zu können.

DIE ACHTE GESCHICHTE.

NEUNZEHN JAHRE SPÄTER. 

Harry und Ginny haben inzwischen Kinder, genauso wie Ron und Hermine. Diesmal geht es um das zerrüttete Verhältnis zwischen Harry und seinem Sohn Albus Severus, der im Schatten der Geschichte, um seinen berühmten Vater, seinen eigenen Platz sucht. Das Verhältnis der beiden wird zusätzlich getrübt, als Albus ins Haus Slytherin geschickt wird und sich mit Scorpio, dem Sohn von Draco Malfoy anfreundet. Bei einem belauschten Gespräch zwischen Amos Diggory und Harry, erfährt Albus, das dass Ministerium im Besitz eines Zeitumkehrers ist und Amos, Harry bittet mit dem Zeitumkehrer seinen Sohn, Cedric zu retten. Harry lehnt ab.

So beschließt Albus mit Delphi, die sich als Nichte von Amos vorstellt und Scorpio, Cedric zu retten und somit einige Fehler von  seinem Vater wieder gut zumachen.

Im Laufe der Geschichte, stellt sich heraus, das Delphi, die Tochter von Lord Voldemort ist und nicht Scorpio der Sohn, wie es am Anfang suggeriert wird. So weit so gut.

Wir reisen ein paar Mal durch die Zeit und verändern dadurch die Zukunft. So treffen wir auf alte Bekannte und alte Feinde.

Das alles fühlt sich beim lesen schwierig an. Es schmeckt wie ein alter Aufguss und die ganze Zeit scheint es, als würden wir alle WAS –  WÄRE – WENN – Theorien durchkauen. Aber immer wenn es spannend wird, geht die Geschichte weiter. Wir halten uns in keiner Zeitebene lange genug auf um das volle Außmas der Veränderung der Zeit durchleben zu können und damit ihre Dramatik. Auch die Figuren bleiben blass und der Held meiner Jugend, ist zu alt um, das ich seine Probleme und Handlungen nachvollziehen kann. Ich kann die Motivationen seiner Handlungen nur erahnen, sie aber nicht im vollem Maße begreifen.Harry Potter ist mir fremd geworden. Einzig und allein Ron, scheint Ron geblieben zu sein und er schaffte es mich zum Lächeln zu bringen. Die Geschichte ist rasend schnell erzählt, klar es ist nur ein Script, da bleibt nicht viel Zeit. Ich würde mir dennoch wünschen, das die Geschichte als vollwertiger Roman veröffentlicht wird. Wir springen zu oft von Albus zu Scorpio, von Albus zu Harry und von Harry zu Albus. Die Figuren sind zu kompakt und die Geschichte zu knapp.

Alles fühlt sich an wie eine Zeitreise und das in doppelter Hinsicht. Wir haben alles schon erlebt, fast alles gesehen und selbst die kleinen Abenteuer bleiben fast die gleichen. Was wäre wenn?

Nun ist also auch diese Frage beantwortet.

Die Geschichte ist erzählt und obwohl wir wissen wollten wie es weitergeht, ist doch alles was in unserem Kopf stattgefunden hat weitaus interessanter, als das was der Schöpfer uns präsentiert hat.Owohl ich nie wollte, das die Geschichte um Harry endet und mir immer eine Fortsetzung gewünscht habe, bleibe ich unbefriedigt zurück. Das alles fühlt sich einfach nicht richtig an. Mein Wunsch ging in Erfüllung und wurde entzaubert. Es schien als hätte jemand etwas getan, das so nicht vorhergesehen war.

Als würde jemand einen Zeitumkehrer verwenden.

Manchmal ist es wohl ganz gut, eine Geschichte so enden zu lassen, wie es ursprünglich sein sollte. Manchmal ist nach 19 Jahren oder eben 9,schon alles gesagt worden.

Alles war gut.

Die Heiligtümer des Todes von Joanne K. Rowling 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*